Aktuell

Rundschreiben 2/2014

Liebe Fischereifreunde und Mitglieder des Fischereischutzverbandes, nachfolgend das neueste aus der Fischerei und dem Fischereisektor.

Freiwillige Vereinbarung zum Schutz von Meeresenten und Schweinswalen

Wie allen hinlänglich bekannt sein dürfte, wurde zum Schutz von Meeresenten und Schweinswalen eine freiwillige Vereinbarung zwischen der Landesregierung und der gewerblichen Fischerei getroffen, die die berechtigten Interessen des Naturschutzes und der gewerblichen Fischerei mit Stellnetzen gleichermaßen berücksichtigen soll. Nach langen zähen Verhandlungen konnte ein Kompromiss gefunden werden. Hierdurch konnten geplante weitgehende ordnungsrechtliche Vorschriften zu einer Beschränkung der Stellnetzfischerei zunächst vermieden werden. Dies ist vor allem bei einigen Naturschutzverbänden auf heftigen Widerstand gestoßen. Allenthalben wird schon einmal behauptet, dass

  • die vereinbarten Maßnahmen unwirksam
  • nicht weitgehend genug
  • die Beteiligung viel zu gering ist

und die Fischer sich sowieso nicht daran halten werden. Der Propagandaapparat der Naturschützer läuft schon seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Der zuständige Minister hat einen schweren Stand. Bis jetzt, und das ist lobenswert, hat er Rückgrat bewiesen und steht zu den vereinbarten Maßnahmen.

Um eine möglichst reibungslose Kommunikation zwischen dem Ostsee Info Center Eckernförde als Koordinierungsstelle und den Fischern sicherzustellen, benötigt diese, die auf dem beliegenden Fragebogen angefragten Informationen. Die Teilnahme an den in den freiwilligen Vereinbarungen vorgesehenen Maßnahmen ist aus meiner Sicht unerlässlich um ordnungsrechtliche Einschränkungen der Stellnetzfischerei auch in Zukunft zu vermeiden. Schon aus Gründen der Solidarität sollte jeder Fischer seine Teilnahme durch seine Unterschrift bestätigen und das Formular an das Ostsee Info Center zurücksenden, selbst dann wenn er meint, gar nicht betroffen zu sein. Bis jetzt ist der Rücklauf der Fragebögen sehr mangelhaft und es gibt schon schlaue Rechner, die mit Prozentzahlen hantieren um nachzuweisen, dass die Fischer die getroffenen Vereinbarungen nicht umsetzen werden. Deshalb mein dringender Appell an alle: Beiliegenden Fragebogen unterschreiben und umgehend an das Ostsee Info Center senden.


Dorschfischerei

(Einschätzung v.Tü. Institut)

Die Anlandungen sind auf niedrigem Niveau stabil, die Nachwuchsrekrutierung steigt gering. Viele Jungtiere unter dem Mindestmaß werden aufgrund immer noch zu geringer Selektivität in der Schleppnetzfischerei beigefangen und gehen somit dem Bestandsaufbau verloren. Unter den Ostseeanrainerstaaten soll es eine Einigung über die Herabsetzung des Mindestmaßes für den Dorsch in der Ostsee von 38 auf 35 cm geben, um damit, vor allem im Hinblick auf das ab Januar 2015 geltende Anlandegebot, die hohen Beifangraten abzusenken. Hohe Anlandungen aus Norwegen und die schlechte Qualität des Ostseedorsches (im Osten viel zu mager) haben zu einem ruinösen Preisverfall geführt.

Veränderte Rechenmodelle (die Anzahl großer Fische mit großer Reproduktionsfähigkeit wurde massiv überschätzt) führen theoretisch zu einer Quotenkürzung beim Dorsch in der westlichen Ostsee um53 % Inwieweit diese Erkenntnis der Wissenschaftler umgesetzt wird, ist zur Zeit noch nicht zu übersehen. Eigentlich sollte gemäß vorliegendem Managementplan die Schwankung bei der Quote höchstens 15% nach oben oder unten betragen. Nun ist die Politik am Zuge.,


Heringsfischerei

Bei der Heringsquote wird eine Erhöhung um 7% in der westlichen Ostsee vorgeschlagen. Auskömmliche Preise werden nur in der Selbstvermarktung erzielt.


Schollenfischerei

Hohe Anlandungen von überwiegend kleinen Schollen in der Schleppnetzfischerei und das damit einhergehende Überangebot drücken den Preis nach unten. Dies ist auch schon bei den Selbstvermarktern spürbar.

Bei der Schollenquote wird eine Erhöhung um 20 % in der westlichen Ostsee vorgeschlagen. Dies sollte zu weiteren Preisrückgängen führen.


Fangmengen gem. der zweiten Bekanntmachung über den Fischfang für deutsche Fischereibetriebe im Jahre 2014 (Auszug)

Dorsch (VII,3.)

Nichtorganisierte Betriebe im Haupterwerb erhalten eine Einzelquote.

Nichtorganisierte Betriebe in Nebenerwerb: Gemeinschaftsquote 98,4 to, monatliche Höchstfangmenge 300kg.


Hering (IX)

Nichtorganisierte Betriebe im Haupterwerb erhalten eine Einzelquote.

Nichtorganisierte Betreibe im Nebenerwerb 340kg /Jahresquote.


Scholle (III,2.)

Nichtorganisierte Betriebe im Haupterwerb erhalten eine Einzelquote.

Nichtorganisierte Betriebe im Nebenerwerb erhalten eine Gemeinschaftsquote von 2,75 to.


Seelachs (II,2.)

Die zulässige Beifangmenge wird auf 300 kg / Jahr festgesetzt.


Makrele (Tab.C)

Für die Stellnetzfischerei wird eine Gemeinschaftsquote von 5 to bereitgestellt.Die Tageshöchstfangmenge wird auf 120 kg festgesetzt.

All das, so wenig es auch im Einzelfall sein mag – und das man uns überhaupt etwas gibt, kommt nicht von alleine. Dies sollten sich vor allem die säumigen Beitragszahler und die Leute vor Augen führen, die sich immer noch nicht entschließen konnten durch ihre Mitgliedschaft die Interessenvertretung im Fischereischutzverband zu unterstützen.


Zahlungsmoral

Der Kassenwart Schlägt sich immer noch mit säumigen Beitragszahlern herum. Leider ein immer wiederkehrendes Thema in den Rundschreiben. Ich betrachte dies als eine Geringschätzung meiner und der Arbeit des gesamten Vorstandes. Alle machen wir diese Arbeit in unserer Freizeit im Interesse aller (natürlich auch der Trittbrettfahrer, die gar kein Mitglied im Verband sind). Die zusätzlich anfallenden Kosten für Mahnverfahren und die daraus entstehende völlig überflüssige Arbeit sind so einfach nicht hinnehmbar. Mittelfristig kann das durchaus dazu führen, dass der Vorstand nicht mehr bereit ist unter diesen Bedingungen weiterzuarbeiten. Jeder sollte in sich gehen und darüber nachdenken was es in dieser sowieso schon schweren Zeit für die Fischerei bedeutet, wenn eine Interessenvertretung wie der Fischereischutzverband seine Arbeit einstellen sollte.


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