Aktuell

Jahreshauptversammlung des Fischereischutzverbandes am 14.3.2015 in Neustadt

Um 10 Uhr begrüßte der erste Vorsitzende des Fischereischutzverbandes Schleswig-Holstein die zahlreich erschienenen Mitglieder des Verbandes und die erschienenen Vorsitzenden der im Verband organisierten Fischereivereine.

#

Als Gäste konnte er begrüßen:

  • Frau Dr. Horndasch-Petersen, Geschäftsführerin des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein
  • Herrn Klaus Jensen (MdL)und fischereipolitischer Sprecher der CDU
  • Herrn Martin Momme von der obersten Fischereibehörde in Kiel
  • Herrn Michael Schwabe von der oberen Fischereibehörde in Flintbek

und Herrn Lorenz Marckwardt, erster Vorsitzender des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein.

In seinem Lagebericht, der zugleich als Diskussionsgrundlage diente, stellte der erste Vorsitzende nachfolgende Themen heraus:

Schutzgebietslüge

Bei der Einrichtung der FFH und Vogelschutzgebiete wurde die Fischerei in bisheriger Art und Umfang „ Als für den Schutzzweck unbedenklich eingestuft. Der Status Quo wurde der Fischerei zugesichert. Mittlerweile sind diese Zusagen in Vergessenheit geraten und man will davon nichts mehr wissen. Jetzt werden sogar Verträglichkeitsprüfungen nach Art. 6 FFH Richtlinie gefordert, die nur für neue Nutzungen vorgesehen sind. Neue Nutzungen gibt es nicht und der Fangaufwand hat seither stark abgenommen.


Meeresschutzstrategierichtlinie

Zum weiteren Schutz der Meeresumwelt vorgesehener Maßnahmenkatalog der EU. Umsetzung in nationales Recht.

Aktionsplan:

  • 2012 Bewertung des Zustandes der Meeresgewässer
  • 2014 Monitoringprogramm
  • Bis Ende 2015 Maßnahmenprogramm erstellen
  • Bis Ende 2016 praktisch umsetzen.

Forderungen der Naturschützer:

  • Fischereiausschlussgebiete innerhalb der Schutzgebiete
  • Mindestens 50% der Summe aller Flächen in den Natura 2000 Gebieten
  • 75% in den Nationalparks
  • Saisonale Schließungen in den Vogelschutzgebieten
  • Verträglichkeitsprüfungen nach Art 6 FFH Richtlinie auch für die bestehenden Fanggeräte
  • Elektronische Kameraüberwachung

Falls diese Forderungen umgesetzt werden ist die Stellnetzfischerei Geschichte. Hierzu fordern wir von Minister hinsichtlich der notwendigen Planungssicherheit klare Aussagen.


EU Fischereipolitik

Die Herabsetzung des Mindestmaßes für Dorsch in der Ostsee und das Anlandegebot hält der Fischereischutzverband für kontraproduktiv, weil mit einem riesigen bürokratischen Aufwand Kontrollen und Prüfungen vorgenommen werden müssen. Den gleichen Effekt hätte man durch eine Erhöhung der Maschenweite in der Schleppnetzfischerei viel einfacher erreichen können- ist es doch allemal klüger Beifänge durch technische Maßnahmen zu verhindern zu verhindern als diese mit hohem Aufwand an Personal und Energie verwalten zu wollen.

Durch die fehlende Umsetzung einer EU Verordnung aus dem Jahre 2005 sind seit 2007 bei sehr zurückhaltender Berechnung 13000 to. untermaßige Dorsche in der Ostsee durch Rückwürfe vernichtet worden.


Zertifizierungswahn

#

Der Verbraucher wird durch Zertifikate und Labels in die Irre geführt. So wird z.B. für Schollenfilet aus dem Pazifik mit dem Panda vom WWF geworben. Wir können uns nicht vorstellen, dass es „ÖKO“ ist wenn Fisch um die halbe Welt geflogen wird, der hier vor unserer Haustür so reichlich vorhanden war, das Partien unverkäuflich waren und zu Futtermittel verarbeitet werden mussten. Kleinbetriebe sind sowieso benachteiligt, weil sie sich die hohen Zertifizierungskosten nicht leisten können.


Hieraus folgerten die nachstehen Forderungen des Fischereischutzverbandes:

  • Naturschutz mit Augenmaß
  • Rücknahme der Herabsetzung des Mindestmaßes für Dorsch in der Ostsee
  • Dafür Verringerung der Beifänge durch technische Maßnahmen (Erhöhung der Maschenweite in der Schleppnetzfischerei)
  • Kontrolle der Motorleistungen in der aktiven Fischerei durch Energiebilanz
  • Verbot der Industriefischerei in der Ostsee
  • Abschaffung der Dorschschonzeit für die passive Fischerei, weil sie hinsichtlich der Bestandserhaltung keinen Sinn macht.
  • Klare Aussagen hinsichtlich der Umsetzung der MSRL
  • Umsetzung Art 17 GFP

Wir werden die Politiker daran messen den schönen Worten und den immer wiederkehrenden Zusagen „ der Fischerei helfen zu wollen“ auch Taten folgen.

Nach oben