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Projekt alternative Fanggeräte

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Abschluss Workshop am 4.12. 2015 in Burgstaaken

Veranstaltet von Bundesamt für Naturschutz, Habitat Mare und NABU wurde abschließend zu den Durchgeführten Versuchen mit alternativen Fanggeräten wie Langleinen System und Pilkautomaten berichtet und Bilanz gezogen.

Zusammenfassend ist festzustellen:

Auch wenn die Aussagekraft aufgrund der nur punktuell durchgeführten Versuche begrenzt ist, kam doch klar heraus, dass beide Systeme hinsichtlich der erzielbaren Fänge von einem wirtschaftlich ausreichenden Einsatz in der gewerblichen Fischerei noch weit entfernt sind. Somit stehen beide Varianten in der jetzt verfügbaren Form als Alternative nicht zur Verfügung.


Im Einzelnen:

Langleinensystem:

Es traten etliche technische Schwierigkeiten auf.

  • Haken zu groß (geringste Hakengröße, die das System verarbeiten kann)/li>
  • Schlechte Beköderung
  • verfügbare Köderqualität mangelhaft
  • Hoher Zeitaufwand

Die erzielten Fänge waren weit entfernt von der Wirtschaftlichkeit. Neben mehreren Nullnummern lagen die Fänge im Stückzahlbereich. Der größte erzielte Fang lag 75 kg Dorsch/Tag, bei Arkona.

Bei der Verwendung kleinerer Haken und besserer Beköderung von Hand konnte der Fang etwas gesteigert werden. Allerdings steht dieser Steigerung ein unverhältnismäßig hoher Arbeits und Zeitaufwand gegenüber, wodurch der erzielbare Vorteil nicht nur dahinschwindet, sondern sich ins Negative verschiebt.

Pilkautomaten:

Die Fänge waren auf gleich niedrigem Niveau. Mit der Handangel ging es besser.


Fazit

Die Fischerei sieht sich einem verstärkten Druck besonders in den Schutzgebieten gegenüber, die Beifänge von tauchenden Meeresenten und Meeressäugern noch weiter zu verringern. Die Zugeständnisse der Fischerei zur Verringerung des Fangaufwandes, in der freiwilligen Vereinbarung werden noch nicht ausreichend gewürdigt .Nicht nur deshalb muss weiter nach alternativen Fanggeräten gesucht werden. Bereits erfolgte Versuche sind zu erweitern um die Langleinensysteme technisch, den hier herrschenden Gegebenheiten anzupassen. Gleiches gilt für die Pilkautomaten. Die Untersuchungen sind auf Reusen zum Dorschfang auszuweiten.

(Vorschlag Fischereischutzverband) Den Schwerpunkt der möglichen Veränderungen sieht der Fischereischutzverband in der Modifikation der Stellnetze und im Einsatz der PAL Systeme. Die entsprechenden Geldmittel zur Erforschung sind erheblich aufzustocken um aussagekräftige Ergebnisse möglich zu machen. Die Fischerei ist zu weiteren Verbesserungen bereit und bietet ihre aktive Mitarbeit an. Die uns immer wieder angetragene Beweislastumkehr muss weiterhin strikt abgelehnt werden.

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