Aktuell

Dorschschonzeit in der Ostsee vom 1. Februar bis zum 31. März für alle Fahrzeuge unter 15 m Länge ausgesetzt!!

Die Dorschfischerei in der Ostsee ist für Fahrzeuge unter 15m Länge über alles während der Doschschonzeit vom 1. Februar bis 31. März in Wassertiefen bis zur 20 m Tiefenlinie innerhalb der Quote freigegeben.
Gerade noch einmal gutgegangen!!

Im Zusammenhang mit dieser Freigabe konnte eine angedachte Logbuchpflicht für alle Fahrzeuge nach hartem Einsatz durch den Fischereischutzverband und mit Hilfe der zuständigen Landesregierungsstellen (vielen Dank) in letzter Minute Verhindert werden.

Der Kommentar

Eine auf den ersten Blick für die Fischerei und deren wirtschaftliches Überleben gute Nachricht, erweist sich bei näherer Betrachtung als kontraproduktiv, weil auch die sehr fangintensive Schleppnetzfischerei zu großen Teilen unter diese Ausnahme fällt.

Durch die Tiefenbegrenzung oberhalb der 20m Tiefenlinie wird einerseits in diesen Wassertiefen eine Fischerei mit Schleppnetzen aufgrund der dort herrschenden Beschaffenheit des Meeresgrundes (überwiegend Hartsubstrate und Steingründe) nur mit schweren Rollergeschirren möglich sein. Hohe Belastungen dieser Gebiete und Konflikte mit der passiven Fischerei mit Stellnetzen durch Netzverluste sind vorprogrammiert.

Andererseits glaubt man die passive Fischerei mit Stellnetzen einem hohen Kontrollaufwand unterwerfen zu müssen, damit die 20m Begrenzung eingehalten wird. Die Bürokratie hat dabei übersehen, dass unterhalb der 20m Linie praktisch keine Stellnetzfischerei stattfindet, weil dort mit Stellnetzen kaum Dorsch zu fangen ist.

Außerdem ist die nötige Verringerung des Fangdruckes als Voraussetzung für eine rasche Erholung des Dorschbestandes mit dieser Maßnahme weitgehend außer Kraft gesetzt.

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Der Fischereischutzverband und der europaweit tätige Verband der Kleinfischerei L.I.F.E. hatten im Rahmen einer Paketlösung zunächst die Verlängerung der Dorschschonzeit gefordert. Dies wurde auch schnell umgesetzt. Verbunden mit diesem Vorschlag war aber die Ausnahme der Fischerei mit passiven Fanggeräten von der Dorschschonzeit , um ein Überleben dieser Kleinbetriebe zu ermöglichen. Weiterhin wurde angeboten im Hinblick auf den nötigen Bestandschutz, die erlaubten Netzlängen in der Stellnetzfischerei während der Dorschschonzeit freiwillig um 50 % zu kürzen. Dieses Paket wurde leider von der EU Bürokratie aufgeschnürt. Damit ging die Sinnhaftigkeit dieser Paketlösung weitgehend verloren. Erst im letzten Moment hat man sich zu der jetzt vorgestellten Lösung durchgerungen, zum Nachteil des Bestandsschutzes. Dies bedauern wir sehr, denn nur mit der vorgeschlagenen Paketlösung wäre es aus unserer Sicht möglich gewesen den nötigen Aufbau des Dorschbestandes ausreichend zu gewährleisten, ohne dass die Mehrheit der Fischereibetriebe vorher in den wirtschaftlichen Ruin getrieben wird. Der Wiederaufbau des Dorschbestandes nutzt nämlich auch nichts, wenn kein Fischer mehr da ist, um die Fische zu fangen.

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