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Ein Hoffnungsschimmer für den Ostseedorsch durch einen starken Jahrgang 2016 wird überschattet.
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Ein Hoffnungsschimmer für den Ostseedorsch durch einen starken Jahrgang 2016 wird überschattet durch wesentlich über die wissenschaftlichen Vorgaben hinausgehende Quotenforderungen der dänischen Schleppnetzfischerei und durch die Vernichtung der Futterfische für den Dorsch in den östlichen Gebieten der Ostsee durch die Industriefischerei.


Fangmöglichkeiten für 2018 aus Sicht des europaweit tätigen Verbandes der Kleinfischerei L.I.F.E. und des Fischereischutzverbandes.

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Aus Sicht der beiden Verbände L.I.F.E. (low impact fishers of Europe) und des Fischereischutzverbandes Schleswig-Holstein, deren Mitglieder weitgehend auf den Dorschbestand angewiesen sind, um wirtschaftlich zu überleben, hängt sowohl die Zukunft des Dorschbestandes als auch die der gewerblichen Fischerei von den Diskussionen und Entscheidungen über die Höhe der zukünftigen Fangmengen ab. Diese werden wiederum von den wissenschaftlichen Vorhersagen des internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) sowie von den Empfehlungen des Ostseebeirates BSAC/EXCOM beeinflusst

Im Interesse der Sache hoffen wir sehr, dass die Entscheidungsträger auf alle Ebenen auf die vorliegenden Vorschläge der Wissenschaft und der Kleinfischerei zum Bestandsschutz eingehen und sich nicht von überhöhten Quotenforderungen aus der Schleppnetzfischerei, vom richtigen Weg des Bestandsschutzes abbringen lassen.

Denn machen wir uns nicht selbst etwas vor - weniger für 2018 ist in diesem Fall mehr für die Zukunft zum Wohle aller, der Fische und der Fischer.

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Westlicher Dorschbestand

Wir fordern Politik und Verwaltung auf: Bauen Sie nicht allein auf Hoffnung und Glück, sondern nutzen Sie die Möglichkeiten des starken Jahrganges vorausschauend und vorsichtig, zum Aufbau einer sicheren, sprich breiter aufgestellten Bestandsgrundlage für die kommenden Jahre.

Für jedes Fischereimanagement ist die Vorsorge von überragender Bedeutung. Der zu große Optimismus in der Vergangenheit bei der Vergabe von Fangquoten weit über die wissenschaftlichen Empfehlungen hinaus, hat zum allgemeinen Niedergang des Dorschbestandes geführt und letztlich zum Kollaps des Nachwuchsjahrganges 2015, mit den bekannten existenzbedrohenden Quotenkürzungen für die Dorschfischerei. Um so glücklicher ist die ortsgebundene Kleinfischerei mit passiven Fanggeräten mit dem starken Nachwuchsjahrgang 2016, dem wirtschaftlichen Hoffnungsschimmer für die nahe Zukunft. Allerdings sollte dies, wie von der Industrie gefordert, nicht gleich wieder zu einer rücksichtslosen Ausweitung der Fischerei ermuntern. Die Aufhebung der Dorschschonzeit vom 1. Februar bis zum 31. März (wie aus Dänemark gefordert), die ja gerade zur Entstehung des starken Jahrganges 2016 entscheidend beigetragen hat, und eine Quotenerhöhung weit über die wissenschaftliche Empfehlungen hinaus, ist sicherlich der falsche Weg für einen nachhaltigen Bestandsaufbau.

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Es ist dringend dafür zu sorgen, dass die Jungdorsche des Jahrganges 2016, die 2018 gerade über dem Mindestmaß in die Fischerei eingehen, durch die Schleppnetzfischerei nicht gleich massenweise gefangen werden, um sie aufgrund ihrer geringen Größe zu Schleuderpreisen am Markt unterzubringen. Auch das Risiko als Beifang in den Schleppnetzen der Großkutter aus den Ostseeanrainerstaaten zu landen ist immens hoch, wie Resultate von EFCA Untersuchungen zeigen.


Wir hoffen daher sehr auf die Weisheit der Entscheidungsträger, um dies zu verhindern.

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Wir setzen uns deshalb für eine Quotenerhöhung beim Westdorsch von 9 %, wie vom ICES vorgeschlagen, ein. Durch die Anwendung des Art. 17 der Grundverordnung bei der Quotenverteilung, sind Quotenanteile zum Vorteil der Kleinfischerei mit passiven Fanggeräten zuzuteilen, die nicht in andere Fanggebiete ausweichen kann. Hierdurch ist deren Überleben auch im Hinblick auf die besondere touristische Bedeutung dieser Fahrzeuge, entsprechend abzusichern.

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