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Die Sofortmaßnahmen waren nur ein erster Schritt.

Durch fehlerhafte unvollständige Meldungen über die Fangzusammensetzungen vor allem in der pelagischen Schleppnetzfischerei werden die Empfehlungen der Wissenschaftler über die Höhe der zu verteilenden Quoten als Grundlage für eine nachhaltige Bestandsbewirtschaftung ungenau. Gleiches gilt für die Meldung von Beifängen.

Das Jahr 2019 hat und daher ein Scenario beschert, welches die Versäumnisse der vergangenen Jahre widerspiegelt in Form von ökologisch und wirtschaftlich kaum verkraftbaren Schwankungen der kommerziell interessanten Fischbestände wie Dorsch und Hering in der Ostsee. Dies steht auch mit den Zielen der gemeinsamen Fischereipolitik nicht im Einklang.

Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Klimawandel und weitere Prädatoren wie Kormoran und Seehunde diese missliche Situation zusätzlich verstärken.

Wir haben zur Kenntnis zu nehmen, dass die Ziele, die sich die Fischereiminister in der Vergangenheit gesetzt haben, nicht erreicht wurden. Mit den sozioökonomischen Folgen haben jetzt alle Fischer zu kämpfen – vor allem die Kleinfischer, die diese Probleme nicht verursacht haben. Erschwerend kommt hinzu, dass diese kleinen Fahrzeuge nicht in andere Fanggebiete ausweichen können. Deshalb ist der Maßnahmenkatalog der gemeinsamen Fischereipolitik zum Erhalt der Fischbestände kritisch zu hinterfragen und durch Veränderungen in die Lage zu versetzen seine Wirksamkeit zu erhöhen.

Am 14. Oktober wird der Europäische Rat zusammentreten, um über die Fangmöglichkeiten für das Jahr 2020 in der Ostsee zu verhandeln. Dies ist die letzte Gelegenheit zu verhindern, dass die jetzige Krise zu einer Dauerkrise wird und sich die Situation in der Ostsee weiter verschlechtert.

Hierzu schlagen wir folgenden Maßnahmenkatalog vor:

  • Fangbeschränkungen nach dem Verursacherprinzip.
  • Einrichtung einer Laichschonzeit für Dorsch der Laichzeit entsprechend zeitlich begrenzt in den Laichgebieten der Ostsee.
  • Während dieser Zeit keine aktive Fischerei in diesen Gebieten.
  • Wissenschaftliche Begleitung zur Feststellung der Wirksamkeit von Laichschonzeiten.
  • Ausnahme der Fischerei mit passiven Fanggeräten von dieser Maßnahme bis zur 20m Tiefenlinie oder 6sm von der Küste unter gleichzeitiger Verringerung der zulässigen Netzlängen um 50% während der Schonzeit.
  • Verbot der Rollerfischerei zum Schutz von Riffen und Steingründen.
  • Verringerung der Beifänge in der Schleppnetzfischerei durch technische Maßnahmen.

Die Wiederherstellung eines tragfähigen Dorschbestandes in der Ostsee erfordert eine Paketlösung, die alle Prädatoren in die Überlegungen einbezieht.

Am 14. Oktober wird der Europäische Rat zusammentreten, um die Fangmöglichkeiten für das Jahr 2020 zu erörtern. Dies ist die letzte Möglichkeit die seit mehr als 20 Jahren gescheiterte Fischereipolitik so zu verbessern, dass zukünftige Krisen vermieden werden können. Leider haben sich die EU Fischereiministerselbst in die Lage gebracht, jetzt mit Notprogrammen das Schlimmste zu verhindern. Das sich die Situation nicht noch weiter verschlechtert muss daher das vordringliche Ziel dieses „Oktober Rates „ sein.


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