Aktuell

Reaktionen und Kommentare zu den Vorschlägen des internationalen Rates für Meeresforschung über die Fangmöglichkeiten in der Ostsee im Jahr 2021, vom Ostseebeirat, der sich aus Vertretern der Ostseeanrainerstaaten der EU zusammensetzt.

(Zusammenfassung)

In diesem Jahr ist mehr als sonst eine besondere Herausforderung dadurch gegeben, dass von ICES für zwei Bestände in der Ostsee aufgrund der mangelhaften Nachwuchssituation ein Fangstopp empfohlen wird.

Die Mitglieder des Beirates erreichten in der Beurteilung der nötigen Schutzmaßnahmen bedingt durch die weit auseinandergehenden Interessen zwischen halbindustrieller Schleppnetzfischerei und der daraus resultierenden unterschiedliche Beurteilung der Lage keine Einigkeit über die zu ergreifenden Maßnahmen. Die Fischerei wird als ein Faktor unter vielen für den Niedergang der Bestände angesehen, um von den wirklichen und allseits bekannten Problemen wie

  • mangelnde Selektivität
  • zu hohe Maschinenleistung
  • zu hoher Fangaufwand
  • und den daraus resultierenden hohen Rückwürfen untermaßiger Fische, die interessanterweise vom ICES als natürliche Sterblichkeit angerechnet werden, ausgemacht- was die tatsächlichen Verhältnisse in keiner Weise abbildet. Interaktionen mit anderen Prädatoren, wie Seehunde, die dadurch verbreiteten Parasiten werden zumindest erwähnt, erfahren aus meiner Sicht aber nicht die nötige Priorität in der Bewertung. Immerhin wird erstmalig eine verstärkte Erforschung der Interaktionen aller Prädatoren, die neben der Fischerei ihre Wirkung auf die Fischbestände entfalten, eingefordert. Andererseits wurden schon jetzt wieder Stimmen laut, die eine Abschaffung der Laichschonzeiten für den Dorsch fordern. Letztlich fordert der Beirat eine Untersuchung der Wirksamkeit von Laichschonzeiten im 2021, was natürlich Quatsch ist, weil für die Bewertung dieser nach Auskunft der Wissenschaftler mindestens ein Zeitraum von 5 Jahren erforderlich ist.

    Interessant ist, dass der Beirat nicht zu einer Fortführung der Laichschonzeiten rät, obwohl es dazu keine Einigkeit innerhalb der Mitglieder gab. Zwar werden die Stellungnahmen aller Mitglieder des Beirates dem Dokument an die Generaldirektion Maritime Angelegenheiten beigefügt, jedoch ist es eine Binsenweisheit, dass diese Anlagen eher nicht gelesen werden. So wird der falsche Eindruck vermittelt, als wenn der Beirat für die Abschaffung der Dorschschonzeit votiert hat. Allerdings hat der FSV seine Stellungnahme direkt in Brüssel vorgelegt, wodurch eine vollständige Darstellung der Sichtweisen der Vertreter der Fischerei gewährleistet ist. Mein Vorschlag einer ausgiebigen Erörterung der Lage bei der Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei in einer virtuellen Sitzung sowohl mit DG Mare als auch mit dem Europaabgeordneten Niclas Herbst sollte zu einer vollständigen Darstellung der Lage geeignet sein.

    Außerdem hat der europaweite Verband der Kleinfischerei LIFE anlässlich des Wechsels an der Spitze von DG Mare der neuen Amtsinhaberin Glückwünsche zur Amtsübernahme übermittelt und ein virtuelles Treffen mit der neuen Generaldirektorin von DG Mare Frau Charlina Vitcheva vorgeschlagen. Dies wird uns die Gelegenheit bieten die Sichtweise der Kleinfischerei zu den aktuellen Problemen der Fischerei vorzutragen.

    Fall sich eine verminderte Produktivität des gesamten Öko Systems durch den Klimawandel herausstellen sollte, sieht man die Notwendigkeit einer Anpassung der Flottengröße und aller damit zusammenhängender Strukturen in der Fischerei. Hierzu werden Anpassungshilfen eingefordert.

    Für durch COVIC 19 möglicherweise ausgefallene Forschungsreisen der Wissenschaft zur Gewinnung von Daten bietet die Fischerei (Großkutter) Ihre Unterstützung gegen Bezahlung an, um die Voraussagen zu den Beständen zu verbessern.

    Die vom ICES vorgeschlagenen Fangmöglichkeiten wurden wie folgt kommentiert

    Dorsch

    Gebiet 22-23: Die Quotensteigerung von 22% plus wird akzeptiert.

    Gebiet 24-32: Übernahme der Beifangregelung aus diesem Jahr.

    Zusätzlich wird die Untersuchung des Einflusse von Parasiten (Leberwurm) verbreitet durch den stark zugenommenen Seehundbestand, auf den Ernährungszustand des Dorsches und der damit verbundenen schlechten Reproduktion gefordert.

    Hering

    Gebiet 22: Übernahme der Quotenregelung aus diesem Jahr


    Keine weiteren Kommentare aus unserer Sicht.


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