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Jahreshauptversammlung des Fischereischutzverbandes am 14.5.2022 in Flensburg-Fahrensodde mit Gästen aus Verwaltung und Wissenschaft (Kurzbericht)

Der öffentliche Teil der Veranstaltung stand unter dem Motto „Farbe bekennen“:
Wie sieht die Zukunft der Fischerei in Schleswig-Holstein aus?

Hierzu stellte der erste Vorsitzende des Fischereischutzverbandes in seiner Rede folgenden Defizite in der Bewältigung der Krise in der gewerblichen Fischerei fest:

1. Einseitige Ausrichtung der Förderung am Fangausfall (Quotenanteile)
Dadurch bleibt die Kostenseite für die Betriebe wie z.B. Hafengebühren, Gebühren für Sicherheitszeugnisse und die Abnahmegebühren für die Fischereifahrzeuge durch die BG Verkehr unberücksichtigt , obwohl diese gerade für die kleinen Fahrzeuge der Küstenfischerei im Verhältnis zum erzielbaren Betriebsergebnis aufgrund geringer Quotenanteile eine besondere Belastung darstellen.

2. Förderrichtlinien des Landes benachteiligen Kleinfahrzeuge
Leider sind immer noch alle Fahrzeuge unter acht Metern Länge über alles und der Nebenerwerb von jeglicher Förderung ausgeschlossen. Da hilft es uns wenig, wenn die Bedeutung der Kleinfischerei von der Landesregierung laufend als groß und wichtig benannt wird. Gerade der Nebenerwerb stellt hier schon heute die Mehrheit der Fahrzeuge, die als „die“ Attraktion in den Häfen Schleswig-Holsteins anerkannt sind – und das für den Staat zum Nulltarif. Wenn wie jetzt allerdings die Betriebskosten höher sind als die erzielbaren Einnahmen - das heißt, wenn man noch Geld mitbringen muss um fischen zu können, dann kommt auch der größte Idealist auf die Idee ob es nicht angezeigt ist den Betrieb zum Beispiel vor der nächsten Abnahme durch die BG Verkehr aufzugeben.

3. Wirtschaftlicher Einsatz der Flotte geht von falschen Voraussetzungen aus
Da die Subventionierung in die Betriebsergebnisse eingerechnet wird entsteht ein schiefes Bild der wirklichen wirtschaftlichen Verhältnisse.

4. Fehlende Perspektiven
In dieser Hinsicht haben die drei bisher stattgefundenen runden Tische auf der Landes und Bundesebene kurzfristig unklare und einseitige, langfristig keine Perspektiven eröffnet. Will man nach einer hoffentlich bald überstandenen Dorschkrise so weitermachen wie zuvor? Mit Vollgas in die nächste Krise? Keiner weiß es, weil bisher eine Strategie für die Zukunft nicht erkennbar ist.

Die Forderungen des Fischereischutzverbandes
  • Entlastung der Betriebe auf der Kostenseite
  • Management der Prädatoren (Kormoran und Seehund)
  • Untersuchung des Einflusses von Parasiten auf die Reproduktionsfähigkeit des Dorsches
  • Sicherung der Fanggründe für die kleine Küstenfischerei mit passiven Fanggeräten auch in Schutzgebieten
  • Wirtschaftlicher Einsatz der Flotte

Eben ganz einfach Farbe bekennen, sonst stirbt die Fischerei bevor man sich zu Entscheidungen durchgerungen hat!

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