Klopfer April 2011

Der Staat verabschiedet sich auf Kosten der Fischer und der Verbraucher von seiner ureigensten Aufgabe für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände zu sorgen. Die Lösung des Problems wird in der Zertifizierung von Fischereien gesehen.

Durch die Einführung von so genannten Umweltsiegeln wird der Eindruck erweckt, dass die auf diese Weise gefangenen Fische, sich bezüglich ihres Fanges von anderen Fängen positiv abheben. Dies ist aber nach unserer Einschätzung oft nicht der Fall.

Hinsichtlich des Millionenumsatzes bei der Zertifizierungsgesellschaft und den damit einhergehenden höheren Verbraucherpreisen ist dieses Vorhaben allerdings schon jetzt ein voller Erfolg.

Schaut man auf die tatsächlichen ökologischen Vorteile, so kommen vor allem bei MSC aus unserer Sicht schon erhebliche Zweifel auf. Fatal ist aber vor allem die Wirkung für kleine Betriebe, die ihre Fänge selbst vermarkten wollen. Die hohen Kosten einer Zertifizierung sind von diesen nicht aufzubringen. Ebenso die Kosten für die Nutzung das MSC Labels.

Durch diese fragwürdige Vorgehensweise des Staates wird ein Konzentrationsprozess in der Fischerei, hin zu wenigen Großbetrieben in Gang gesetzt, der den

  • Fischbeständen nur wenig hilft,
  • den Verbrauchern suggeriert durch den Kauf dieser teureren Ware die Fischbestände zu schonen

und vor allem der handwerklichen Kleinfischerei keine Chance lässt, aufgrund der hohen Kosten an einer Zertifizierung teilzunehmen. Das ist aus unserer Sicht eine einseitige Marktbeeinflussung.

Nach oben