Klopfer Februar 2012

Weitere unsinnige EU-Vorschriften in Aussicht

Die vorgesehene Angabe des Fangdatums gefährdet den Abverkauf von Frischfisch an den Endverbraucher.

Die EU Kommission sieht in ihren aktuellen Vorschlägen zur Marktorganisation für Erzeugnisse der Fischerei und Aquakultur vor, künftig die Angabe des Fang– und Entnahmezeitpunktes an der Bedientheke zu kennzeichnen. Das bedeutet:

  • Weitere Aufblähung der EU-Bürokratie
  • Zusätzliche nicht bezahlte Arbeitsbelastung für den Handel
  • Gemischte Chargen nicht mehr vermarktbar
  • Bedientheke massiv benachteiligtBedientheke massiv benachteiligt
  • Starke Kundenabwanderung in Richtung TK Produkte befürchtet

Fischwirtschaft und Fischerei reagiert mit Unverständnis und Ablehnung.

Zur Zeit beruhen die Behauptungen des WWF und anderer Naturschutzverbände, zu Beifängen von Meeressäugern und Seevögeln überwiegend auf Schätzungen und Hochrechnungen.
Durch die, am 5.12. 2012, in Eckerförde vorgestellten Maximalforderungen zu Gebietssperrungen für die Stellnetzfischerei wird ein sachlicher Dialog zur Bewältigung vorhandener Probleme fast unmöglich gemacht.
Eine Verwirklichung dieser Vorstellungen bedeutet das Aus für die heimische Kleinfischerei und damit auch das Aus für die Versorgung des örtlichen Marktes mit frischem, vor Ort gefangenem Fisch. Die Fischerei wird dann kurzfristig aus unseren Häfen verschwinden.Unsere Feriengäste werden wohl nach Dänemark ausweichen, wo es noch Fischerei gibt.

Das kann doch niemand ernstlich wollen.

Noch ist es nur ein Verordnungsentwurf auf europäischer Ebene. Niemand kann vorhersagen, ob und falls ja, wann er umgesetzt werden soll.

Sollte sich die EU Kommission mit ihren Vorschlägen durchsetzen, kommen schwere Zeiten auf die Fischtheken zu. Neben erheblichen Zweifeln an der praktischen Umsetzbarkeit und Kontrolle haben norwegische Studien ergeben, dass ein Umsatzrückgang von 20-30 % zu erwarten ist, wenn –an der herrschenden Qualitätssituation der Erzeugnisse ändert sich ja nichts- der Verbraucher mit dem Fangdatum konfrontiert wird.

Hieraus ist mit Sicherheit ein weiteres Absinken der sowieso schon zu niedrigen Erzeugerpreise zu erwarten.

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