Klopfer Mai 2013

Eine an sich gute Idee verkehrt sich durch ungeschickte Präsentation in das Gegenteil.

Der neue Fischeinkaufsratgeber von Green Peace erscheint uns für den Schutz der Fischbestände schon fragwürdig. Für die Förderung der stillen Fischerei mit Netzen, Reusen und Langleinen ist er ganz sicher kontraproduktiv.

Durch das Abstellen allein auf die Bestandssituation entsteht ein völlig falsches Bild, wenn nicht die Fangmethode in die überlegungen mit einfließt.So mögen einige Fischbestände durch die wenig selektive aktive Fischerei mit Schleppnetzen bedroht sein.
Mit passiven Fanggeräten dagegen wird man es nie schaffen einen Fischbestand so zu dezimieren, dass er in seiner Existenz bedroht ist. Deshalb ist hier eine Differenzierung angebracht.
Der Ratgeber führt nun in der Praxis dazu, dass einige Verbraucher auf den Verzehr von Dorsch z. B. aus der Ostsee verzichten, weil der Bestand angeblich überfischt ist. Hierdurch sinkt der örtliche Absatz und dies trifft zuerst und fast ausschließlich die stille Fischerei, durch kaum kostendeckende Erzeugerpreise.
Die Fänge der aktiven Schleppnetzfischerei hingegen, werden um die ganze Welt bis nach China gehandelt wo der Ratgeber natürlich keine Auswirkung auf das Verbraucherverhalten und damit auch auf die Preise hat.
Abgesehen davon, dass es aus unserer Sicht nicht besonders umweltschonend ist Waren zu kaufen, die vorher um die ganze Welt gereist sind, sollte man bei Kaufempfehlungen unbedingt alle relevanten Aspekte in die Überlegungen mit einbeziehen. Dazu gehört an erster Stelle die Fangmethode.

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