Klopfer Oktober 2018

Politik gibt dem Druck der Fischindustrie nach, ohne Rücksicht auf die dadurch entstehenden Verluste.
Die nächste Dorschkrise lässt grüßen!

Dorschschonzeit in der westlichen Ostsee entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen für das Jahr 2019 ausgesetzt

Interessante Hintergrundinformationen.

Interessante Hintergrundinformationen.

Der Fischereischutzverband ist entgegen den Vertretern der halbindustriellen Schleppnetzfischerei allerdings der Meinung, dass der Vorschlag des ICES zur Erhöhung der Dorschquote von 184% nicht in voller Höhe umgesetzt werden sollte. Lediglich ein Ausgleich für die vorangegangenen Quotenkürzungen von 80% halten wir für sinnvoll, um den einen starken Jahrgang 2016 nicht zu übernutzen.

Die Wissenschaft sagt hierzu: „Der 2016er Jahrgang muss jedoch vorsichtig befischt werden, um auch eine breitere Altersstruktur wiederherstellen zu können – offenbar ein wichtiger Puffer für die Nachwuchsproduktion“, dem unserer Vorschlag von einer 50%-igen Ausnutzung des ICES Vorschlages Rechnung trägt.

Die jetzt entschiedene Quotenerhöhung von 70% kommt dieser Forderung sehr nahe. Für die Verhandlung dieses Kompromisses bedanken wir uns bei den Vertretern des BML.

Da diese moderate Quotenerhöhung dem Schutz des Dorschbestandes dienen soll, den wir ausdrücklich begrüßen, wird diese Absicht allerdings durch die gleichzeitige Abschaffung der Laichschonzeit konterkariert.

Hierzu sagt die Wissenschaft (v. TI. Rostock): „Wissenschaftlich interessant ist, dass der starke Jahrgang 2016 ausgerechnet in dem Jahr erzeugt wurde, in dem sich die Laichschonzeit zum ersten Mal an der richtigen Stelle befand, nämlich im Februar/März, und ausreichend genug lang war. Ziel der Laichschonzeit ist nicht etwa die zusätzliche Verringerung der fischereilichen Sterblichkeit, also der Entnahme von Fischen, sondern die Vermeidung der Störung laichender Dorsche“.

Dabei ist der historisch schwache Jahrgang 2017 sicher kein Beweis, dass die Laichschonzeit nicht funktioniert hat. Es lohnt sich deshalb aus unserer Sicht die Schonzeiten für einige Jahre fortzuschreiben, um den Effektfundiert beurteilen zu können. (Krumme et al 2018)

Amerikanische Untersuchungen zeigen, dass die Tiere während der Laichzeit sehr empfindlich gegenüber Störungen sind und sich aus Gebieten zurückziehen in denen sie häufig Störungen ausgesetzt sind.

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Schon aus diesem Grund ist die jetzt auf Druck der Fischindustrie vorgenommene Entscheidung die Laichschonzeit für den Dorsch in der westlichen Ostsee zu streichen im Sinne der Nachhaltigkeit kontraproduktiv. Sie ebnet eher den direkten Weg in die nächste Dorschkrise und das nutzt weder dem Fisch, noch dem Fischer. Übrigens auch nicht der unersättlichen Fischindustrie.


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