Klopfer des Monats / Klopfer-Archiv

Aktueller Klopfer des Monats

Juni 2024: Datenmangel behindert Prädatoren Regulierung.

Datenmangel behindert Prädatoren Regulierung.Seit Jahren keine gezielte Fischerei auf Dorsch! Auch für 2025 gilt diese ICES Empfehlung. Trotzdem erholt sich der Bestand nicht

Keine gezielte Fischerei auf Dorsch! Auch für 2025 gilt diese ICES Empfehlung. Trotzdem erholt sich der Bestand nicht. Der Leie staunt, der Praktiker wundert sich nicht. Da die Prädatoren Einflüsse (Entnahmen) noch nicht lückenlos mit Datenreihen belegt werden können und daher dafür der Nachweis lückenhaft ist finden sie in den wissenschaftlichen Rechenmodellen für die Bestandsentwicklung keine Berücksichtigung. Dabei ist es doch eine Binsenweisheit, dass die stark zugenommenen Bestände von Kormoran, Seehund und Schweinswal auch in der Ostsee nicht von Luft leben. Unter dieser Prämisse sind die möglichen Vorhersagen der Wissenschaft zur Bestandsentwicklung der Fischbestände hier entsprechend ungenau. Die Ermittlung der Verursacher stockt.  Nur auf die wirkungslosen Restriktionen für die Kleinfischerei kann man sich verlassen.kormo.jpg

Vielleicht sollte man, wie bei anderen Hochrechnungen nicht vollständig bekannter Daten bei Bestandsgrößen auch hier dazu übergehen sich zunächst an Hochrechnungen aus bereits bekannten Daten in diesem Fall z.B. hinsichtlich der Entnahme von Dorschen durch den Kormoran auszurichten, um endlich zu einer dringend nötigen Planung der Regulierung dieses Bestandes zu kommen, die bis zum Beginn der Umsetzung sicherlich noch viele zeitaufwendige Hürden nehmen muss.

 

Mai 2024:  Der Schweinswal-immer für eine Horrorgeschichte gut!

 „Schweinswale auf dem Rückzug“ so lasen wir es in der Presse.

„Weniger Meeressäuger vor Schleswig-Holstein- Gefahr durch Stellnetze“

„Vor der Küste Schleswig-Holsteins und anderen Teilen der westlichen Ostsee tummeln sich immer weniger Schweinswale“ so das Ergebnis einer Studie vom ITAW Büsum. „Hauptgrund dafür sei die Fischerei“!

Weiterhin wird kolportiert, dass in dänischen und schwedischen Gewässern 900 Tiere hauptsächlich in Stellnetzen verenden. Die geringeren Zahlen von nachweisbaren Beifängen in Schleswig-Holstein werden auf geringere Kontrollen und der nicht vorhanden Pflicht Kameras an Bord der Kutter zu installieren, zurückgeführt.

Reine Stimmungsmache gegen die Fischerei, das ist das Fazit! Versuchen wir eine Sortierung:

1.) Fakten falsch dargestellt

Zumindest in Schweden gibt es nach Aussage von dort tätigen Fischern keine verpflichtende Kameraüberwachung. Lediglich eine auf freiwilliger Basis gegen Bezahlung, also keineswegs flächendeckend.

2.) Wichtige Unterschiede hinsichtlich des Schweinswalschutzes in Deutschland werden (absichtlich) verschwiegen.

Im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten setzen die Fischer hier elektronische Warngeräte PAL (Porpoise Altert) ein. Diesen Geräten ist wissenschaftlich eine Beifangreduktion von mind. 70% bescheinigt worden. Weiterhin reduziert die Fischerei die Netzlängen vom 1. Juli bis zum 31. August um 50%. Die Annahme ähnlicher Beifangzahlen hier, ist deshalb abgesehen vom nicht bekannten Fangaufwand, der Anzahl der dort tätigen Fischereibetriebe und anderer natürlich gegebener Unterschiede in den benannten Ländern daher nicht seriös haltbar.

3.) Interpretierung von genannten Zahlen wird im Unklaren belassen.

„In den letzten Jahren strandeten zwischen Flensburg und Lübeck im Schnitt mehr als 100 leblose Wale“. Diese Meldung stimmt sogar. Allerdings sollten die Begleitumstände in der deutschen Fischerei berücksichtigt werden, bevor man voreilige Schlüsse zieht. Durch die Corona-Pandemie (Zusammenbruch des Absatz Marktes) sowie den fast nicht vorhandenen Fangmöglichkeiten für Dorsch ist der Fangaufwand in der Stellnetzfischerei mit hochstauenden Netzen bis an die Messgrenze zurückgegangen. Dies hätte, falls die Fischerei wirklich die Hauptursache für die Totfunde wäre, zu einem erheblichen Rückgang dieser führen müssen.P1030810.JPG

 

Trotzdem sehen wir z. B. im Jahr 2021 (siehe Tabelle) sogar einen Anstieg der Totfunde von über 60% - und es soll der Eindruck erweckt werden das der Fischerei angelasten zu können!? Eine wahrhaft abenteuerliche Auslegung der Fakten und die Presse verbreitet so etwas ohne sachliche Prüfung.

Horrorgeschichten verkaufen sich anscheinend besonders gut. Da leidet die Recherche.

 

 

April 2024: Zukunft der deutschen Ostseefischerei ungewiss!

März 2024: „Allumfassende Naturschutzverwaltung Ostsee“ auch ohne Nationalpark nötig?

Februar 2024: Die Kürzungen für den ohnehin gebeutelten Fischereisektor sind unverhältnismäßig!

Januar 2024: Die Bedeutung einer Petition für einen Nationalpark Ostsee mit 93.000 Unterschriften erscheint zunächst schwerwiegend.

Dezember 2023: Der Naturschutz fordert Vertäglichkeitsprüfungen für Fanggeräte.

November 2023: Wo ist der Dorsch geblieben?

Oktober:  2023

September 2023: Nationalparkdiskussion ergebnisoffen?

August 2023: Der Schutz der Ostsee kommt nicht voran.

Juli 2023: Fischereiliche Dorsch - Entnahme fast auf null. Wo bleibt der Jungdorsch?

Mai 2023: Naturschutz führt Geisterdiskussion

April 2023: Mangelnde Abstimmung bei den Aalschonzeiten für die See

Februar 2023: Der Weg aus der Krise

Januar 2023: Vom EU-Rat beschlossene Maßnahmen zum Schutz des Europäischen Aalbestandes unverhältnismäßig und nicht zielführend!

November 2022: »Großteil der in der Schleppnetzfischerei gefangenen Plattfische nicht marktfähig«

September 2022: „Alles ÖKO“ - oder was?

August 2022: Der allerorten gepriesene hervorragende Zustand der Plattfischbestände in der Ostsee, nur ein Trugbild der Wirklichkeit?

Juli 2022: „Schöne tote Ostsee! Das Dorschsterben und seine Folgen.“

Juni 2022: Schwerpunktmäßige Fischerei auf Plattfische während der Laichzeit!

Mai 2022: Fischindustrie fordert Ausnahme vom Anlandegebot für beigefangene untermaßige Schollen

April 2022: Dorschkrise in der Ostsee!

März 2022: Diversifizierung in der Fischerei